Wie ich Jedi gefunden habe

Wie ich Jedi gefunden habe


Touch the force

Prolog

Österreich, Kärnten/ Salzburger Land.
Es begab sich zu einer Zeit, als ich zu meinen Motorrad-Abenteuern noch ohne Action Cam aufgebrochen bin und für jedes Foto das Handy aus dem Tankrucksack pflücken musste.

Ungewöhnliches Fortbewegungsmittel

Aineck Seilbahn
Nach einer Fahrt mit der Aineck Seilbahn - ein in Österreich gängiges, aber für Motorradfahrer ungewohntes Gefährt: keine Helmpflicht, kein Lenker, die Schutzausrüstung ist ein Metallbügel, die Sozia sitzt nebendran und es fährt gemächlich. - Verrückt!
Also nach dieser Fahrt sah ich, wie sich im Tal gegenüber, auf Salzburger Terrain eine kleine Straße entlangschlängelt. Diese musste selbstverständlich auf zwei Rädern erkundet und erfahren werden.

Die Entdeckung

Blick vom Aineck. Als ich das Foto gemacht habe wusste ich noch nicht: Drunten im Tal schlängelt sich die entdeckte Straße gen Jedi
Zu meinem Erstaunen gab Google Maps durch Zoom auf die frisch entdeckte Gegend preis, dass sich ein Ort Namens Jedl eben auf der oben entdeckten Strecke und nur 25 Fahrminuten von mir entfernt befindet. Jed-l? Nun, da muss sich der Österreicher eben in einem Buchstaben vertan oder den wahren Kern des Ortes mit schlauer List verschleiert haben.

So machte ich mich denn also auf, um vom Katschbergpass, der mit bis zu 15% Gefälle ins 5km entfernte St. Michael führt :-) , hinabzusteigen, um - ein Stück Krepp-Klebeband im Gepäck - das Geheimnis des sagenumwobenen Ortes zu lüften. Zugegeben, dieser Schachtelsatz erinnert an eine schlechte Lateinübersetzung, aber lasst uns fortfahren, um in der Story voranzukommen.

Jedi ist nur 25 Minuten von mir entfernt. Da muss ich heute unbedingt hin! Ok, die Österreicher haben es ein bisschen falsch geschrieben, aber was solls.

Die Ankunft

Fast hätte ich es, ob der schlauen Tarnung, nicht erkannt. Wie Superman, wenn er seine Brille aufsetzt und zu, von Lois Lane verschmähten, Clark Kent mutiert. Ganz unscheinbar, markiert mit einem kleinen Ortsschild liegt es rechts an der Straße. Nur einige wenige Häuser - darunter ein Gasthof - vermutlich Mos Eisley Cantina. Doch seht selbst:

Unscheinbares Schild etwas links von der Mitte des Bildes
Die getarnte Firmierung der Mos Eisley Cantina


Jedi, das Geheimnis wird gelüftet!

Der heilige Gral! Ach nein, das ist die Geschichte mit dem Typen, der peitschenschwingend nach alten, als mystisch geltenden Gegenständen sucht. Ok, nochmal: 
Der heilige Gral!

Jedi! 

Jahrelang hat man uns mit nie dagewesenen, milliardenschweren Produktionsbudgets weltweit in allen Kinos verkündet, dass die Jedi zum Beispiel auf dem Mond Tatooine leben. Ein Ort von dem Luke Skywalker - ich zitiere - behauptet:
„Weißt du, wenn das Universum ein helles Zentrum hat, bist du auf diesem Planeten am weitesten davon weg.“
Wer würde da noch nach Jedis im Salzburger Land suchen? Wobei: Weit von irgendeinem Zentrum weg ist das Salzburger Jedi ja schon irgendwie.

Letztlich hat alles nichts genutzt. Tausende, zu Schauspielern in weißen Plastikuniformen ausgebildete Klone, jahrelange massenhypnotische Infiltration mit Blockbuster Filmen, ja nicht einmal die grandiose Chewbacca Mom konnte es verhindern.

All die Milliarden sind jetzt zum Fenster rausgeworfenes Geld. Sorry George Lucas, sorry Disney; jetzt wissen alle, wo Jedi wirklich ist:

Jedi ist in Österreich im Salzburger Land, gelegen am Rand einer kurvigen Straße. 

Enttarnt durch ein kleines Stückchen Krepp Klebeband. MacGyver wäre stolz auf mich.
Der erste Versuch fühlte sich bereits erfolgversprechend an

Das Krepp-Band entlarvt den wahren Kern des Ortes: Jedi!

Jedi force

Epilog

Irgendwann werde ich noch einmal hinfahren und in die Mos Eisley Cantina ach nein, sie nennen es "das Gasthaus Jedl" ;-) gehen. Vielleicht treffe ich dann ja dort George Lucas, J.J Abrams, Rian Johnson oder sogar die grandiose Chewbacca Mom.

Ok, bis dahin: May the force be with you, oder für Biker: DLzG! Wir sehen uns auf der Straße.