Suzuki V-Strom 1000 XT - 2018

Suzuki V-Strom 1000 XT - Fahrbericht 2.0


Unterwegs auf dem großen Fahrspaßgenerator aus Japan.

2.0?

Ja, ich war 2017 bereits mit der 1000er unterwegs. Und das grundsolide Moped mit den erfrischenden gelben Akzenten hat mir letztes Jahr auch schon gut gefallen. Sitzhöhe von 850mm bzw. für mich jetzt 880mm, sonorer Sound, angenehm wumms beim Gas geben.



Irgendwie fand ich jedoch, dass sie etwas Nachdruck gebraucht hat, damit sie rund um die Kurve läuft. Eventuell hatten die Reifen da schon einige Kilometer drauf und waren etwas eckig gefahren.


2018

Was soll also 2018 anders sein? 

Tja, hm, irgendwie ganz viel, denn diesmal habe ich sie wirklich nur schweren Herzens wieder zu Jens und Lukas von Motorrad Ehringer zurückgebracht.




Woran kann es liegen?

Ich weiß es nicht genau, ob die 2018er von Haus aus andere, neuere Bridgestone Reifen aufgezogen hat, ich einfach mehr Fahrerfahrung habe, oder ob es an meinem nachhaltig geänderten Fahrstil liegt. Über das Kurvenseminar bei Klaus und seinem kurvenreich.bike habe ich ausführlich berichtet.

Eventuell ist es auch eine Kombination aus allen Faktoren, die mich die große V-Strom diesmal so hat schätzen lassen.




Der Motor

Im Vergleich zu meiner 650er V-Strom ist der Sound des Motors bass-lastiger und bei gleichem Tempo sind die Drehzahlen niedrieger. Selbstredend liegt das am größeren Hubraum.
Dadurch sind Gangwechsel jederzeit möglich aber im Vergleich zur 650er weniger oft notwendig. Da das Bike jedoch noch unter 1000km gelaufen ist habe ich - im Auftrag von Jens - dennoch geschaltet was das Zeug hält, um die Kupplung so ordentlich einzufahren.





Das tiefe Brummen mit niedrigen Drehzahlen führt zu einem entspannteren Fahrgefühl. Auch meine Frau hat das bestätigt, die als Sozia auf einer Ausfahrt dabei war.

Denn 100 PS ist es übrigens völlig egal ob eine oder 2 Personen auf ihr sitzen und ob es womöglich gerade steil bergauf geht. Wer will kann auch in dieser Situation weiterhin im sonorigen, niedrigen Drehzahlbereich den Berg hinaufdüsen - soweit es die Straßenverkehrsordnung zulässt.


Die Kurvenlage

In amtlichen Artikeln der großen Fachzeitschriften war 2017 zu lesen, dass die 1000er mit anderer Bereifung williger um die Kurven zieht. Sinds also doch andere Reifen auf der 2018er? Ich kann es nicht mit Gewissheit sagen. Was ich aber sicher weiß ist, dass ich seit oben erwähntem Kurvenseminar bei Klaus Spitzer gelernt habe Kurven anders zu fahren.



Was auch immer die Ursache ist, alle 2018er Faktoren haben dazu geführt, dass die 1000er dieses Jahr mit mir sauber und willig um die Kurven zieht als wäre sie auf einer Schnur aufgezogen. Und sobald dieses wohlige Fahrgefühl eintritt kann man auch wiederum den durchzugsstarken Motor sehr genießen, der aus jedem Drehzahlbereich herauszieht.



Das Image

Wenn man mit der 650er auftaucht dann ist man anerkannt und auch dabei. Die 1000er verursacht jedoch in der Biker-Runde aufmerksame Blicke und führt zu diversen Nachfragen über das gute Stück. Man hat nur Gutes über die 1000er gelesen und will jetzt wissen, ob diese Berichte auch so zutreffen.

Die Kritik

Die gold-farbenen Felgen auf der XT Version gefallen mir persönlich nicht so gut. Zumindest nicht bei der gelben Variante. Und mein zweiter Kritikpunkt betrifft ebenfalls die Felgen: Speichenräder zu putzen macht keinen Spaß.



Der Spaßfaktor

Die Kombination der guten Eigenschaften des Bikes und der gut gelernten Eigenschaften bei kurvenreich.bike erhöhen den Spaßfaktor von 2017 auf 2018 um ein Vielfaches. Auch ein Freund von mir, der mit der Maschine eine größere Runde gedreht hat war - wie ich - voll des Lobes. Wer ein Gerät sucht, das einem das Lächeln ins Gesicht tackert sollte die V-Strom 1000 auf der Probefahrt-Liste haben.



Und sonst

Der Kupplungshebel ist sehr leichtgängig, die Gänge flutschen bestens und die im Vergleich zur 650er bessere Bremsanlage hat sehr gut dosierbare Bremsen, die bei Bedarf auch kräftig zupacken.




Das Fazit

Meine 650er ist toll und grundsolide. Sie beschleunigt ordentlich und sie gefällt mir auf jeder einzelnen Fahrt mit ihr. Alleine, mit Sozia, auf der Ebene und auch wenn es mal bergauf geht. Preis und Leistung stehen in einem günstigen Verhältnis. Da passt alles.

Wenn es in mein Budget passen würde, dann hätte ich Jens jedoch die große Gelbe allenfalls noch  zurückgebracht, um nach meinem Wochenende mit ihr die 1000 km Inspektion durchführen zu lassen. Das 1000er Feeling und der Fun Faktor sind auf der großen V-Strom für mich tatsächlich ein anderes Kaliber.


Empfehlung

Für Fahranfänger reicht die 650er allemal. Wer schon einige Jahre Fahrerfahrung und hoffentlich das ein oder andere Fahrsicherheits- und Kurventraining, dem empfehle ich sich auch mal eine 1000er über das Wochenende zu mieten, um sich eine eigene Meinung zu bilden. Meines wissens bieten fast alle Händler die Möglichkeit der Miete an.






Navigiert habe ich meine Runden mit dem TomTom Rider 450 und die Suzuki V-Strom 1000 XT ist von Motorrad Ehringer.


Nachtrag: Inzwischen steht die 1000er dauerhaft bei mir zu Hause... :-)